Pressemitteilung der Allianz zum 8. Dialogforum: Verkehrsprognosen zur Fehmarnbelt-Querung sind falsch

Verkehrsprognosen zur Fehmarnbelt-Querung sind falsch
Der Vortrag von Dr. Tesch (Geschäftsführer der Reederei Scandlines) beim Dialogforum Feste Fehmarnbelt-Querung am 17.1. 2013 lieferte den Beweis, dass die zehn Jahre alten
Verkehrsprognosen viel zu optimistisch sind. Die Ist-Zahlen liegen wesentlich niedriger. Auch die Annahme, dass der Fährbetrieb nach Eröffnung des Tunnels eingestellt wird, ist falsch.
Scandlines fährt auf jeden Fall weiter. Geplant sind der Einsatz von Hybrid-Fähren und die
Entwicklung einer emissionsfreien Wasserstofffähre. Scandlines hatte bereits vor einem Jahr den Antrag auf Teilnahme am Dialogforum, der abgelehnt wurde. Dr. Tesch bat nach seinem Vortrag erneut um die Mitgliedschaft mit der Begründung, dass Scandlines mit 600
Arbeitsplätzen, der Hafenanlage in Puttgarden und der Verkehrsanbindung zu den stark
Betroffenen des Vorhabens gehört. Außerdem verfügt Scandlines über große
Fachkompetenz im Bereich Güter- und Personenverkehr im Ostseeraum. Der Antrag auf
Teilnahme wurde vom Sprecher Dr. Jessen ignoriert. Erstaunlicherweise hat sich
Staatssekretär Herr Dr. Nägele nicht für die Teilnahme eingesetzt, obwohl
Wirtschaftsminister Meyer die Aufnahme von Scandlines empfohlen hatte. Für die Allianz ist die Ablehnung nicht akzeptabel und die Mitgliedschaft wird weiterhin gefordert .
Die Informationspolitik der Bahn ist ebenfalls nicht akzeptabel. Die Ergebnisse der
Belastungstests der Sundbrücke lagen bereits am 12.4. 2012 vor und wurden bis zum 17.
1.2013 unter Verschluss gehalten. Im Juni 2010 wurden Belastungstests an der Brücke
durchgeführt. Angeblich dauerte das „Nachrechnen“ der Tests fast zwei Jahre. Seit April
2012 weiß die Bahn, dass die 50 Jahre alte Sundbrücke der Belastung von 78 Güterzügen
täglich nicht gewachsen ist. Warum eine Bauwerksprüfung nicht schon eher erfolgt ist, ist
naheliegend. Die wahren Kosten des Projektes sollten wahrscheinlich so lange wie möglich
verschleiert werden. Die Allianz fordert eine zügige Überprüfung der Verkehrsprognosen und eine Neuberechnung des Nutzen/Kosten-Verhältnis von Tunnel und Hinterlandanbindung.

Susanne Brelowski
Sprecherin der Allianz gegen eine feste Fehmarnbelt-Querung

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