Macht neues Fährkonzept 380-KV-Leitung überflüssig ?

Im Verlauf der 8. Sitzung des Dialogforums bekam die Reederei Scandlines Gelegenheit ihre Sicht des zukünftigen Fährbetriebes über den Fehmarnbelt darzustellen. Gernot Tesch, Geschäftsführer der Reederei, machte deutlich, dass Scandlines nicht daran denke, den Fährbetrieb nach Fertigstellung des Tunnels einzustellen. Vielmehr sei Scandlines dabei, sich für die Zukunft zu rüsten – sowohl bei den beiden Häfen als auch bei den Fähren. Hier stellte der Geschäftsführer die neuen Hybridfähren vor, bei denen zukünftig überschüssige Energie zwischengespeichert wird. Der nächste Schritt sind dann die sogenannten „Null-Emissions-Fähren“. Durch saubere Windenergie produzierter Strom wird hier zur Gewinnung bzw. Umwandlung in Wasserstoff genutzt. Da dieser Schritt aber bei Scandlines ca. 500-600 Mill. € private Investitionskosten auslösen würde, erwartet die  Reederei hier eine gewisse Planungssicherheit. Eine mögliche Verschiebung um 10 Jahre oder eine komplette Aufgabe des Tunnelprojektes wären die Vorstellungen der Reederei. Außerdem bezweifelte Gernot Tesch die von Femern A/S und der DB vorgelegten Prognosen über das zu erwartende Verkehrsaufkommen. Ein weiterer Kritikpunkt zu dem „schöngerechneten“ Nutzen-Kosten-Analysen wurde ebenfalls dargestellt: In eben diesen Berechnungen wird immer davon ausgegangen, dass der Fährbetrieb nach Fertigstellung des Tunnels eingestellt wird, Scandlines aber eben dies nicht vorhat.

Für uns alle, Ostholstein, Schleswig-Holstein und Bundesrepublik, hätte dieses rein privatwirtschaftliche und zukunftsorientierte Projekt nur Vorteile und man könnte damit mehrere Fliegen mit einer Klappe erwischen:

  • Die ca. 600 Arbeitsplätze in Puttgarden wären dauerhaft gesichert
  • Keine Verluste im Tourismus und damit einhergehender Verlust von Arbeitsplätzen
  • Sicherung von Arbeitsplätzen auf deutschen Werften
  • 380-KV-Leitungsneubau nach Lübeck und Kiel überflüssig, da die Energie ortsnah verbraucht wird

  Lesen Sie hier den LN-Bericht zu den „Null-Emissionsfähren“

Lesen Sie hier den Bericht der taz zum Scandlinesauftritt am 17.1.2013

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